Kitchen Survival! Der ganz normale Wahnsinn!

Kitchen Survival! Der ganz normale
Wahnsinn!



Was für uns Köche ganz normal ist, ist
für Außenstehende oft ein Buch mit sieben Siegeln.

Unser Arbeitstag!

Und wenn wir Köche dann doch mal
anfangen, über unseren Alltag zu reden, schlagen die meisten Zuhörer die Hände über dem Kopf
zusammen und verziehen ganz entsetzt das Gesicht.

„Oh mein Gott!“ hört man es dann
vom Gegenüber. „Wieso?“ fragen wir dann ,,Heute war eigentlich noch ein guter Tag!“

Um den Alltag eines Kochs zu
verstehen, muss man wissen, dass wir Getriebene sind, die meist gegen die Uhr
kämpfen müssen, um am Morgen ihre Vorbereitungsarbeiten zu schaffen, damit sie
anschließend den Mittagsservice unbeschadet überstehen.

Wenn das geschafft ist, geht´s meist nahtlos über in die Vorbereitungen für den Abend; um dann ab 18.00 Uhr fertig zu sein
für den Dinner-Service.

Wenn man das weiß, ist man schon
einmal einen Schritt weiter; klar gibt’s dann noch so kleine Nebentätigkeiten
wie Bestellungen, HACCP, Bankette, Warenlieferungen, Foto Shootings, TV kochen,
Sonderveranstaltungen, Caterings, Kochkurse usw., aber das   macht´s Kraut dann
auch nimmer fett.

Jetzt ist es leider so, dass nicht
die ganze Welt in unserem Zeitgefüge lebt und so wird man dann auch noch
nebenbei von irgendwelchen tiefenentspannten Leuten zugeschwallt: „Ich
koche ja daheim auch sehr gerne“, was den Blutdruck ganz leicht nach oben
treibt.

Fünf Minuten später gibt dann noch
der Grill den Geist auf und der Bondrucker rattert in einer Tour – 
Jipieeee, Hütte voll, Grill aus!

Allein das führt beim Normalbürger
schon zum Herztod, wo der Koch noch seelenruhig anfängt, eine Lösung für das
Grill-Problem zu finden.

Jetzt klopft einem noch im höchsten
Geschäft plötzlich ein Lieferant auf die Schulter mit den Worten “Ich hab da ne
Lieferung, hab die Palette mal in die Einfahrt gestellt und brauch noch ne
Unterschrift“, da wird der Koch dann schon etwas unruhiger.

Doch auch das ist noch zu ertragen und es geht weiter im Mittagsgeschäft während draußen der Verkehr vor der
Einfahrt irgenwie zum Erliegen kommt.

Es folgt der klassische
Telefonanruf von irgendeinem Zivilisten, der nicht weiß, dass man einen Koch nicht unter dem Service anruft und der einem
eine wahnsinnig wichtig Info geben will, die wir aber schon nicht mehr hören, weil wir direkt wieder
aufgelegt haben.

All das führt bei uns Köchen nun
zur normalen Betriebstemperatur.

Doch jetzt wird´s interessant: „Der Herr an Tisch 1 hätte gerne das Huhn, ohne Huhn, aber mit Rind, geht das?“ oder ,,Die Dame an Tisch 5 macht eine spezielle Diät und würde gerne die Speisen mit dem Küchenchef
kurz durchsprechen.“

Dann ist es meistens aus, dann
hilft nur noch lächeln, lächeln und nochmal lächeln, denn du kannst sie nicht
alle töten!!

Das Tüpfelchen auf dem Ganzen ist
dann nur noch, wenn plötzlich die Veranstaltungsassistentin in ihrem
Kostümchen vor einem steht und völlig unbedarft anfängt mit „Hallöchen, ist ja
ein bisschen was los bei euch. Uns ist oben ein kleines Missgeschick passiert, wir
haben da eine kleine Veranstaltung vergessen!“

Meist antwortet der Koch dann nur
mit „Ja und?“ 
Und wie immer wollen wir die
Antwort eigentlich gar nicht hören, die ungefähr so lautet: 
„Ja, die 40 Leute sind jetzt da, 3-Gang Menü, ihr kriegt das doch hin, WIR schaffen das und ich muss jetzt los,
Tschöööööö!“

Normalbürger Müller hätte jetzt
bereits zum Amoklauf angesetzt, während wir Köche auch diese Herausforderung noch annehmen und erfolgreich durchstehen.

Doch auch jeder noch so verrückte
Tag ist irgendwann einmal zu Ende, auf der Fahrt nach Hause fällt uns noch auf
das irgend so ein Depp eine Europalette mitten in die Einfahrt gestellt hat,
aber schon eine Stunde später liegen auch wir daheim im Bett.

Jetzt freuen wir uns schon in Frieden
einzuschlafen, bis uns die Holde ein „Hallo Sexy“ ins Ohr haucht; ach was
soll´s, was muss, des muss!

Und die Moral von der Geschichte? Wenn Euch ein Koch lange und intensiv anlächelt, lauft und lebt oder bleibt und lebt mit den Konsequenzen!

Brüder und Schwestern da draußen, Ihr seid nicht allein mit all den Verrückten, ich bin im Geiste bei Euch.

Bleibt´s brav und kocht, wie der
Teufel,

Euer

Alexander Reiter

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