Warum Zitronenfalter keine Zitronen falten und Unternehmer oft nichts unternehmen!

Liebe Schlemmerlinge, Freunde und Kollegen,

In den letzten Jahren hat sich unsere Branche grundsätzlich
verändert. Der Nachwuchs fehlt an allen Ecken und Enden und ein Lokal nach dem
anderen schließt seine Türen für immer.

Speziell auf dem Land ist diese Entwicklung kaum mehr
aufzuhalten, ganze Landstriche sind zur kulinarischen Sahelzone verkommen, da die Unternehmer, die hier aufhören, einfach keine Nachfolger mehr
finden oder schlichtweg aus Personalmangel aufgeben.

Auf der anderen Seite sehen immer mehr gute Köche ihr Heil als
Freelancer, da sie sich als Angestellte einfach nicht mehr geschätzt oder ausgenutzt fühlen.

Doch wie kommt es dazu, dass so viele Köche lieber
eigenverantwortlich arbeiten? 

Und so viele Unternehmer scheitern?

Die Gründe für diese Entwicklung sind weit gefächert und jeder Koch wird den ein oder anderen meiner Punkte nachvollziehen können.

Die Zeiten in denen Patron und Koch eine verschworene
Einheit waren, sind leider vorbei; wir leben in der Zeit des Mikromanagements,
des verlorenen Vertrauens und der Hilflosigkeit.

Einer der Hauptgründe für diese Entwicklung ist der, dass wir
es in unserer Branche nie geschafft haben zusammenzuarbeiten. Das beginnt bei
den Berufsverbänden.

Die Gewerkschaftsverbände haben nicht genug Mitglieder, um
etwas zu bewegen, die Kammern versuchen ihr Bestes um aufzuklären und bessere
Rahmenbedingungen zu schaffen, wohingegen die Arbeitgeberverbände sich
entschieden haben auch noch die letzten Schutzmechanismen einreißen zu wollen, um ungehindert Mehrarbeit fordern zu können um nicht weiterhin täglich über der
zulässigen Höchstarbeitszeit zu liegen. Ausbeutung als Arbeitsmodell, derjenige, der sich das ausgedacht hat, sollte sich was schämen! 

Denn das deutsche
Arbeitszeitgesetz betrifft den Arbeitsschutz aller Arbeitnehmer in Deutschland.
Wir wären dann sozusagen nur noch Arbeitnehmer zweiter Klasse, wenn wir das
nicht ohnehin schon sind.

Der Schutz des Arbeitnehmers vor Schaden sollte immer Vorrang
haben.

Ein weiterer Punkt ist der immer drastischer werdende
Sittenverfall bei den Arbeitgebern, die keinen Respekt mehr vor Ihren
Arbeitnehmern und deren Qualifikationen haben.

Doch wie äußert sich das?

Viele Unternehmer wissen sich schlichtweg nicht mehr zu
helfen, wenden sich aber auch nicht an ihre Arbeitnehmer, die meist ganz genau wissen, wie man das Schiff wieder flott machen könnte, doch oft lange vorher schon
resigniert haben, da ihre Hilferufe nicht gehört wurden, ihre Ideen verworfen
und ihre Kreativität unerwünscht war.

Tja, Zitronenfalter falten ja auch keine Zitronen und Unternehmer
unternehmen oftmals nichts, weil sie gar nicht wissen was!

Doch auf welche Punkte sollte ein Unternehmer dann achten?

Anbei habe ich ein
paar Punkte für Sie zusammengefasst, die Ihnen helfen könnten Führungsfehler zu
vermeiden.

1.Geben Sie Ihren Mitarbeitern Selbstverantwortung
und Freiraum.

Es ist nun einmal so, dass man sich als
Unternehmer Fachkräfte holt, die dem Betrieb helfen, den Arbeitsauftrag so
gut wie möglich zu erledigen.

Mitarbeiter mit viel Eigenverantwortung handeln
in den meisten Fällen motivierter und fühlen sich dem Unternehmen verbundener.

Wenn Sie dies nicht
tun und jeden Schritt überwachen, erreichen Sie nur folgendes:

Früher oder später suchen sich Ihre
Mitarbeiter einen neuen Job,

sie selbst sind nur noch mit Mikro Management
beschäftigt und haben keine Zeit mehr.

Die Mitarbeiter werden zunehmend lustloser, demotiviert und bekommen das Gefühl, dass sie ihnen nicht vertrauen.

2.Geben Sie Feedback



Ein Mitarbeiter hat eine tolle
Idee oder einen Weg gefunden, wie man Arbeitsabläufe verbessern kann? 
Geben Sie Ihm Feedback!

Bitte und Danke zu sagen tut ihnen
nicht weh, die Person fühlt sich geschätzt und am Ende des Tages kann
seine Idee ihnen möglicherweise viel Geld einbringen.

Nicht geschimpft ist gelobt ist
leider genauso dumm, wie zu glauben, dass ein Unternehmer allein für den Erfolg
seiner Firma verantwortlich ist.

Es geht nur im Team!

In einer Welt, in der es leichter
ist ein Einhorn zu finden, als einen gut ausgebildeten Koch, sollte Ihnen langsam
bewusst werden, dass sie der Mitarbeiter weniger braucht, als sie ihn!

Wenn Sie
dies nicht tun passiert folgendes:

Die Angestellten fühlen sich
allein gelassen, n
icht gehört und nicht geschätzt. Denken Sie immer daran, kein
Feedback ist auch ein Feedback, nämlich, dass es Ihnen wurscht ist!

    3.Achten Sie auf die Work-Life Balance

Die Zeit, in der Arbeitnehmer um ihre Jobs
fürchten müssen, sind vorbei; Mitarbeiter wollen Ordnung und Privatleben.

Wenn Sie von Ihren Mitarbeitern etwas
fordern, das über das normale Maß hinaus geht, denken Sie daran sich zu
revanchieren. Menschen arbeiten nicht ausschließlich aus karitativen Gründen oder
weil Sie so ein toller Typ sind!

Wenn Sie dies nicht
tun, passiert folgendes:

Die Fluktuation steigt dramatisch an. Ihre Mitarbeiter werden krank, körperlich und geistig. Wenn Sie Köche wie
Lohnsklaven schuften lassen, 80-100 Std. pro Woche, weil Sie ja sonst niemanden
haben, ist dies eine sehr kurzsichtige Lösung und Sie haben es wirklich verdient
allein dazustehen.

Wenn Sie Überstunden einfordern, dann ist
das durchaus okay, aber dann von allen voran von Ihnen selbst!

  4. Beachten Sie die Träume ihrer Mitarbeiter!

Jeder Mensch hat Träume, will erfolgreich sein im Job, vorankommen
oder sich in einem anderen Bereich verwirklichen! 
Fördern Sie diese Träume,
unterstützen Sie ihn, bilden Sie ihn fort und binden Sie ihn somit an das Unternehmen! Ein
glücklicher Mitarbeiter wird bei Ihnen bleiben.

Haben Sie Verständnis für persönliche oder private Krisen und helfen Sie ihm! Möglicherweise sind bald Sie derjenige, der eine Krise zu bewältigen hat und brauchen Hilfe von ihm!


Wenn Sie
dies nicht machen, sieht es so aus


Oft hört man „Der
soll seine Scheiß Arbeit machen und seinen privaten Kram kann er zuhause regeln“
  Jeder
von uns kennt diesen Ausspruch von irgendeinem Chef, der womöglich zu lange mit dem Kopf an der Heizung geschlafen
hat.
 

Wenn bei
der Arbeit kein Platz für Träume und Emotionen ist, kann kein Erfolg entstehen
und die Menschen werden sich von Ihnen abwenden.

     5.Stellen Sie sich Konflikten

Wo Menschen miteinander arbeiten, kommt es zu Konflikten,
dies ist unvermeidlich. 
Es kommt nur darauf an, wie Sie mit diesen umgehen.

Am besten ist es, wenn die Mitarbeiter soviel Vertrauen zu Ihnen haben, dass sie mit ihren Problemen zu Ihnen kommen.

Seien Sie neutral, hören Sie sich beide Seiten an; bleiben Sie objektiv und handeln Sie so früh, wie möglich.

Wenn Sie scheitern, holen Sie sich Hilfe bei einem Coach oder
Mediator.


Wenn Sie hier nicht sofort reagieren, passiert dies:

Gute Fachkräfte merken sofort, wenn man ihnen kein Gehör
schenkt und werden sofort das Weite suchen.

„Die sind erwachsen und sollen ihren Schmarrn selber lösen“
hört man auch oft.

„Und wenn nicht, wird der schon irgendwie rausgeekelt und
dann ist das Problem auch gelöst.“

Es ist klar, was passiert: Sie erschaffen ein Unternehmen des Hauen und Stechens „Survival of the fittest“ und am Ende verlieren nur Sie als Unternehmer.

Vielleicht können diese einfachen Anregungen Ihnen helfen,
sich als Unternehmer im Umgang mit ihren Mitarbeitern 
besser zurechtzufinden; diese als Kapital zu sehen, als Bereicherung und Teil Ihres
Lebens. 

Am Ende des Lebens sind wir alle nur Geschichten, nur Sie selbst können
dafür sorgen, dass es eine Erfolgsgeschichte wird.

Denn ansonsten wird wohl die düstere Legende unten, die ich Euch
heute noch ans Herz legen will, zur Realität:

2055 die Legende vom letzten Koch

Ein sehr beeindruckender Mann hat erst kürzlich einen sehr schönen Satz gesagt:

„Es geht nur leicht“ im Leben, der Liebe und auch als Unternehmer!

Bleibt begeistert, handelt fair und mit dem Herzen,

für nichts Anderes ist Zeit!

Mit kulinarischen Grüßen,

Alexander Reiter

www.alexanderreiter.de

www.schlemmerblog-muenchen.de

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