Santa´s Little Helper!

Santa´s Little Helper!

Als der Sepperl am Tag vor Nikolaus so durch das Dorf
marschierte, beschäftigte ihn eine Frage ganz besonders. Woher bekommt der Nikolaus
seine Süßigkeiten?

Das kleine Bergdorf präsentierte sich heute von seiner
schönsten Seite. Alles war mit Schnee bedeckt und die Sonne strahlte  auf das Tal.

Die Berge wirkten heute irgendwie noch mächtiger und die Kiefern
waren wie mit Puderzucker bestäubt.

Als der Sepperl sich das alles so anschaute, kam ihm die
zündende Idee. Der Bäckermeister im Dorf musste wissen, wo der Nikolaus seine
Platzerl und Schokolade  her hatte.

So marschierte Sepperl schnurrstaks zum Bäcker, der wie
immer morgens gut gefüllt war, denn man kauft ja hier nicht nur sein Brot, das
wusste der Sepperl schon, hier wurde geradscht und getratscht was das Zeug
hält, sagte der Papa immer. An einem solchen Ort der Information wird man ja
wohl was herausfinden können.

Er öffnete die Tür und die kleine Glocke begann zu bimmeln
als er eintrat.

Er begrüßte alle mit einem lauten „Grias Gott“ und beutelte
sich den Schnee von der Jacke.

Als er sich umsah, merkte er, dass hier alles versammelt war,
was Rang und Namen hatte; Frau Huber vom Huberbauern, laut Papa die größte
Ratschkattl vom Dorf, bis hin zur Frau Mayer, die, wie Papa wusste, schauen
musste, dass sie beim Ratschn nicht aus dem Fenster fällt, was aber wegen ihrem
dicken Arsch scheinbar nicht passiert, weil der das verhindert oder so.

Mit so viel Fachkompetenz im Laden und der Verkäuferin, der
Ratschn Lisl (ich glaub, die hieß nur Lisa), war er sich sicher, dass er Antworten
auf die Fragen bekommen würde, denn wenn es die nicht wussten, wusste es
keiner.

 Er fasste sich ein
Herz und fragte laut in die Runde „ Servus beinander, ich bin der Sepperl vom
Gertshof und ich muas euch was fragen.

Er hatte sofort die Aufmerksamkeit der gesamten Bäckerei,
vor allem deswegen, weil der dabei seine Mütze am Bommel durch das Geschäft
wedelte.

„Weiß einer von euch, wo der Nikolaus seine Guadln her hat?“.

Die Anwesenden schauten ein bisserl verdutzt, und
schüttelten die Köpfe. „Mei Bua, des wissen wir ned, aber frag doch a  moi den Bäckermeister“ sagte die Lisl und
fügte hinzu „Da gehst jetzt ums Haus rum in die Backstubn und fragst ihn halt
amoi“.

Sepperl bedankte sich, setzte seine Mütze wieder auf und
ging los. Er musste mit Papa reden, die wussten ja gar nix, die Ratschn!

Als er an der Backstube angekommen war, sah er schon gleich,
dass hier wohl viel gearbeitet wurde, denn die Scheiben waren ganz beschlagen
und draußen standen ein Haufen Platzerl rum, vermutlich zum Auskühlen.

Er klopfte an die Tür und hörte, wie drinnen eine Stimme „Herein“
rief, was Sepperl auch sofort tat.

Drinnen angekommen stand er vor dem Bäckermeister, der so
groß war, dass man richtig nach oben schauen musste. Und einen dicken Bauch
hatte der, vermutlich vom Probieren der Platzerl.

Der Bäcker schaute den Bub an und fragte „Ja was machst denn
du da?“.

„Servus Herr Bäckermeister, ich bin der Sepperl und ich hab
eine Frage. Wo bekommt der Nikolaus seine Platzerl her?“.

Der Bäcker lächelte warmherzig und antwortete dem Buben
stolz, „Die hat er von mir!“.

Der Sepperl war erstaunt, dass der Bäcker ihm dieses
Geheimnis anvertraute, denn das wusste sonst anscheinend ja keiner.

„Dann machst du alle Platzerl für alle Kinder?“.

„ Und auch für die zwei oder drei braven Erwachsenen?“.

„Genau! Ich bin der Bäcker vom Nikolaus, aber das darfst du
keinem sagen Sepperl, das ist geheim“.

„Magst du denn helfen, ein paar Platzerl für  den Nikolaus zu backen? Sozusagen als mein Nikolaus-
Platzerlhelfer?“.

„ Au ja, des mach ich gerne“ rief der Bub mit voller Begeisterung.

Er schaute den Bäcker so an und sagte „Des is fei ned mei
erstes Mal. I hab scho mit der Mama gebacken, da wirst du staunen“.

Der Bäcker lächelte und die beiden legten los. Es wurde
gebacken und dekoriert, Brotzeit gemacht, geknetet und glasiert.

Als alle Platzerl fertig waren sagte der Bäcker „So Sepperl,
jetzt ham wir alle fertig und weil du so super mitgeholfen hast, hab ich einen
Vorschlag für dich. Du kommst morgen wieder, vielleicht kannst ja dem Nikolaus
beim einladen helfen“.

Sepperl war begeistert; er durfte die Platzerl dem Nikolaus
überreichen! Das musste sich ja positiv auf sein „Brav –Konto“ auswirken.

Gesagt, getan. Wie vereinbart war Sepperl am nächsten Tag um
vier Uhr wieder an der Backstube und klopfte an die Tür.

Von drinnen hörte er allerdings ein „Hohoho, wer ist da?“.

Der Sepperl öffnete die Tür und sah ihn vor sich, den
leibhaftigen Nikolaus in Mantel und Hut und mit seinem Goldenen Buch.

Er konnte es nicht glauben!

Der Nikolaus schaute herunter auf Sepperl, dem auffiel, dass
er genauso groß war, wie der Bäckermeister und sagte „Du bist also der Sepperl“.

Sepperl sagte ganz andächtig „Ja Nikolaus, das bin ich“.

„Der Bäckermeister hat mir erzählt, dass du ihm viel
geholfen hast und dafür bin ich sehr dankbar“.

Sepperl lächelte und der Nikolaus fuhr fort „ und weil du so
viel geholfen hast, darfst du mit mir als mein Assistent zu den Häusern im Dorf
gehen und die Platzerl austeilen. Du bist jetzt offiziell der Helfer vom
Nikolaus“.

Der Sepperl war noch nie so stolz gewesen und sagte zum Nikolaus
„ Das ist toll, ich helfe dir gerne“.

Und so gingen die beiden hinaus in den Schnee und klopften
an den Häusern. Die Kinder im Dorf bekamen alle ihre Platzerl, sogar der
Franzerl, der mit Sepperl in den Kindergarten ging und nicht immer der Bravste
war.

Als die Arbeit getan war, landeten die beiden am Schluß wieder
bei der Backstube und der Nikolaus verschwand im Hinterzimmer. Er kam mit einem
sehr großen Sack Süßigkeiten zurück und sagte „Lieber Sepperl, diese Platzerl
sind alle für dich und der Bäckermeister lässt sich entschuldigen, er hat heute
Schnupfen“.

„Du warst der beste Helfer, den ich je hatte und brav bist
du obendrein. Jetzt geh heim und lass dir die Platzerl schmecken. Und vergiss
nicht, es ist unser Geheimnis“.

Sepperl nickte wild, bedankte sich und ging heim.

Daheim angekommen klopfte er an die Tür und seine Eltern
machten ihm auf.

„ Ja Sepperl, was hast denn du da?“ fragte seine Mama. „Des
san Platzerl, die hab ich alle selber gebacken“.

„ Und wo warst du?“ fragte der Papa.

„ Papa, das ist geheim und ich darf es nicht sagen, ich sag
nur so viel: Wenn man so viel Platzerl hat, dann muss man Brav gewesen sein und
eines noch für dich Papa, wenn du das nächste Mal was wissen willst, frag mich,
denn die Ratschn im Dorf wissen gar nix“.

Er schob sich ein Platzerl in den Mund und sagte noch im Weggehen,
„Ach ja und ich werde Bäcker, ihr habt´s ja keine Ahnung, was in so einer
Bäckerei los ist“.

Und so ist es auch gekommen, viele Jahre später fing der
Sepperl, aus dem ein Sepp geworden war, beim Bäckermeister die Lehre an und
vielleicht, aber nur vielleicht, hilft er noch heute dem Nikolaus beim Platzerlbacken.

Liebe Schlemmerlinge,

ich wünsche euch allen eine schöne Weihnachtszeit,

ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Euer

Alexander Reiter

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