Vom Zuckerjunkie zum Besser-Esser

Servus Ihr Lieben,

im Januar hab ich ja begonnen ein bisserl bewusster mit
meiner eigenen Ernährung umzugehen, was leider bei mir bisher einfach immer zu
kurz kam.

Ich hab dann angefangen Schokolade und Süßigkeiten zu
streichen und auch auf Softdrinks gänzlich verzichtet, ließ mal das Fleisch
sein, ernährte mich vegetarisch und fühlte mich täglich besser.

Allein diese kleine Umstellung reichte, um bei mir eine echte
Veränderung auszulösen.

Ich verlor Gewicht, war aktiver und stellte fest, dass man
auch echt viel Spaß mit einem vegetarischen Lebensstil haben kann.

Für mich eine große Sache, denn ich bin wirklich für
gewöhnlich sehr fleischig unterwegs.

Ich hab das einfach mal ausgetestet und siehe da, ich kam damit ganz gut zurecht.

Ich werde nicht zum Veggie werden, doch werde ich in Zukunft
einfach versuchen, bewusster zu essen.

Doch so leicht, wie es sich anhört, ist es dann auch wieder nicht.

Beim wöchentlichen Einkauf würde man sich wundern, wo
überall Zucker enthalten ist, den man so gar nicht vermuten würde.

Fast alle Produkte in den Kühlregalen enthalten in
irgendeiner Form Zucker oder Zuckerersatzstoff, Müsli wird damit angereichert,
Getränke sowieso und auch in fast allen Fertigprodukten findet man übermäßig
viel Zucker.

Und genau hier liegt Gefahr.

Denn wir merken es einfach nicht. Wie von selbst greifen wir
ins Kühlregal und holen uns unseren Fruchtjoghurt, den zusätzlich gesüßten
Orangensaft und unser Müsli.

Über den Tag gibt’s ne Cola, denn man glaubt ja, das Wörtchen
Zero auf der Flasche macht`s besser.

Und weil es ja nur einer ist, gibt’s am Nachmittag einen
schönen Schokoriegel am Schreibtisch.

Kaffee mit einem Löfferl Zucker, wird ja ned so schlimm
sein.

Und am Abend fährt man noch kurz beim Fast Food Riesen vorbei,
denn man macht`s ja ned jeden Tag und hat halt heute wirklich keine Lust zum Kochen.

Und, erkennt sich der
ein oder andere wieder? Natürlich nicht, denn wir leben ja alle viel bewusster,
klar.

Mein persönlicher Lieblingssatz im Januar war aber folgender,
als ich am Wochenmarkt einkaufen war.

Hier unterhielten sich zwei Männer am Metzgereistandl:

I muas jetzt a bisserl was gegen mei Gewicht machen, hat der
Doktor gsagt, woast scho, wegen meinem Diabetes.

Dann drink i hoid einfach beim Wirt a Hoibe mehra, dann
brauch i nimma so fui essen.

Ja, der dauert ein bisserl, einfach mal setzten lassen und
genießen.

Ich glaub ja auch nicht umsonst seit Jahren, dass wir
demnächst alle aussterben werden, nicht allein wegen solcher Spezialisten.

Aber
er gehört halt auch dazu, zum bunten Reigen derer, die jahrelang mit dem Kopf an
der Heizung geschlafen haben.

Eigentlich erstaunlich, was wir alle uns so antun und es
sofort wieder verdrängen.

Da fällt mir aber noch ein kleines Beispiel ein.

Ich war neulich eingeladen und als wir so am Kaffeetisch
saßen, teilte die Hausherrin uns mit, dass ihr Kind wohl eine
Aufmerksamkeitsstörung hätte. Der arme Kleine.

Ich habe mir angewöhnt da lieber den Mund zu halten, doch
als wir ankamen, hatte der liebe Kleine eine Tüte Süßigkeiten im Zimmer liegen, eine große Flasche Softdrink daneben stehen und natürlich musste der liebe Kleine noch zwei Stückchen Kuchen essen.

Dass der (bald nicht mehr so) Kleine wie eine Rakete durch
die Bude wuselte, war da kein Wunder, denn die Menge an Zucker hätte wahrscheinlich
ausgereicht, um ein Pferd zum Diabetiker zu machen.
Wer da wohl die Störung hat.

Es geht aber nicht darum, alles zu verteufeln und zu verbieten,
doch sollten wir uns echt mal vor Augen führen, was wir da so täglich in uns
hineinschieben.

Noch nie in der Menschheit waren Lebensmittel so leicht
zugänglich wie jetzt, doch müssen wir uns auch damit befassen, was und wie viel
wir essen.

Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er sein will.

Zuckerjunkie oder ein „Besser Esser“.

Ich für meinen Teil fühl mich pudelwohl und echt gut damit, meiner Waage zu zuschauen, wie die Pfunde purzeln. Ich fühl mich gesünder und
aktiver.

Jeder ist hier seines Glückes Schmied, ich merke, mir fehlt
es an nichts, ich habe meine Ernährung nur umgestellt, doch spar ich mit Sicherheit
nicht am Genuss.

Ich wünsch Euch viel Spaß auf Eurem Weg zum „Besser Esser“,

Mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter

www.alexanderreiter.de

www.schlemmerblog-muenchen.de

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