Von Knödeln und Karl Valentin!

Von Knödeln und Karl Valentin!

 

Heut am Viktualienmarkt am Denkmal von Karl Valentin musste
ich an Semmelnknödeln oder Semmelknödel (?) denken.  Na, es hat mich halt beschäftigt;  wir würdigen den Knödel eigentlich gar nicht
genug, find ich. Ist zwar jeden Tag in aller Munde,  aber bekommt irgendwie nie den richtigen
Respekt als Spezialität. Erst wird er geknetet und mit Milch fast ersäuft und
dann schmeißt man ihn auch noch in kochendes Wasser – ein Skandal!!

Dann kommt er auf den Teller, wird mit heißer Sauce
überschüttet und mit einer Sau zusammengebracht – schlimmer geht’s nimmer. Und
wer bekommt den Ruhm, wenn der Kellner kommt und fragt „Wie war der
Schweinebraten?“  Klar – die blääde Sau
halt und ned der arme Knödel.

Aber mal ehrlich, so ein Knödel ist ein echtes Schmankerl  und was würden zum Beispiel  die Kinder Bayerns essen, wenn es sie nicht
gäbe?

Des Weiteren könnte sich kein Kellner mehr in dieser
Situation aufregen: „Ich hätte gerne einen Schweinebraten, aber mit einem
kleinen Knödel bitte.“ „ Meine Dame, es gibt aber nur eine Größe Knödel.“ „Dann
bringen Sie mir bitte einen halben Knödel.“  „Aber meine Dame, was mache ich mit dem
anderen halbem Knödel?  Den kann ich
nicht verkaufen.“ „Na ja, hmmm, dann bringen Sie mir bitte einmal die
Rahmschwammerl, aber bitte mit kleinem Knödel“.

Ein Klassiker.  Zeitlos schön, da kann man seine Gäste lieben
lernen
J

Sie würden sich wundern, wie viele Köche und Kellner meditieren
– um nicht Amok zu laufen.

Aber zurück zum Knödel. Meine Frau beispielsweise hat auch
nach 16 Jahren mit mir noch keine Beziehung zum Semmelknödel aufbauen
können;  sie kommt aus dem Ausland,
genauer aus dem Rheinland und das ist eine Kartoffelknödelzone. Aber ich arbeite
dran. Da muas ma langsam rangehn, immer mal wieder locker ins Spiel gebracht,
rollende Invasion, sehr knödelige Angelegenheit. Harter Job, aber ich geb, trotz
starker Gegenwehr, nicht auf.

Der Semmelknödel mit seinen zahlreichen Brüdern wie z.B.
Speck, Brezen und Spinatknödel sind für mich die geheimen Stars der
Alpenländischen Küche und sie sollten besungen werden. Oh ja, ich wart auf den
Knödelsong.

Naja, durch Karl Valentin wird man echt inspiriert, wenn man
lang genug vor seinem Denkmal sitzt, oder wie heißt des, wenn man nur noch
Unsinn im Sinn hat?

Geschmacksinn oder ?

Ich wünsche ein schönes Wochenende,

Mit kulinarischen Grüßen,

Ihr

Alexander Reiter

6 Kommentare zu „Von Knödeln und Karl Valentin!“

  1. Der Knödel ist und bleibt eines der vielseitigsten und grandiosesten Essen. Knödel mit Soß' ist großartig, großartig, großartig! Danke für diesen schön knödeligen Post!

  2. Auch ich liebe Knödel und sie dürfen gerne aus Semmeln oder Brezen sein. Für eine leckere Rindfleischsuppe auch etwas kleiner, dafür aber mit Speck und Zwiebeln. Leider habe ich zwei völlig ignorante Kinder, welche lediglich auf Kartoffelknödel stehen. Übrigens machen wir immer gleich einige mehr. Der nächste Tag mit gerösteten Knödelzweierlei oder auch Dreierlei ist nochmal so gut insbesonders, wenn vom Vortag noch Bratensoße übrig ist. Was braucht man mehr. 🙂
    Ein herzliches vergelts Gott von der Frau vom Schlemmeronkel

  3. Lieber Herr Reiter! Mal wieder ein wunderschöner Text, der mich gleichzeitig zum Schmunzeln und zum Nachdenken bringt. Nicht nur drüber, wann ich eigentlich das letzte Mal Knödel gegessen habe, sondern auch über unser wunderbares bayerisches Essen im Allgemeinen.?

  4. Wenn der liabe Herrgott ein Einsehen mit mir hat, dann schenkt er mir mal wieder ein Knödel-Viererlei aus der Pfanne! Brezn-, Kartoffel- Semmel(n!)- und Leberknödel. Würzig, herzhaft, angeröstet, mit Zwiefel und Speckwürfen. O mei, mir lauft as Wasser im Mund zamm !!!

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